Cloudy’s Column: Home is where your sweatpants are

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A column on sweatpants.
Das Klingeln des Weckers reißt einen unsanft aus dem Schlaf, auf dem Weg zur Arbeit entscheidet sich der Kaffe vom Becher auf die Bluse zu hopsen, die Strumpfhose läuft in offenen Maschen das Bein hoch, auf dem Schreibtisch stapeln sich ächzende Berge an Aufgaben, neonfarbene Post-Its lachen einen hämisch an, das schnell verschlungene Mittagessen liegt schwer im Magen, zum Fresskoma gesellen sich weitere Aufgaben, ohne dass man es merkt wird es draußen hell und wieder dunkel während man mit Quadrataugen vor dem Bildschirm sitzt, nach Feierabend wollen ellenlange Einkaufs-To-Do-Listen abgehakt werden, mit dem Auto schiebt man sich zwischen Blechkolonnen durch den Feierabendverkehr, in jeder Hand zwei Einkaufskörbe hetzt man die Treppen hoch und öffnet die Tür mit dem Schlüssel zwischen den Zähnen, stopft die gähnende Leere des Kühlschranks mit Frischfleisch und zieht sich die Schuhe von den schmerzenden Füßen. Dann atmet man tief durch und weiß man ist nach all den Hürden des Alltags am Ruhepol angekommen – man ist Zuhause.

Cloudy’s Column: Welcome to smiley world!

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A column on the overuse of smileys.
Gerne würde ich die Behauptung aufstellen ein friedliebender Mensch zu sein und auch ein gesundes Maß an Humor zu besitzen. Grundsätzlich führe ich ein sehr ausgeglichenes Dasein als Chillerqueen und verbringe täglich definitiv mehr Stunden mit Lachen als mit dem Runzeln meiner Stirn. Außer…ja außer kleine, gelbe, kreisrunde Dinger springen in mein Blickfeld und hüpfen dort womöglich auch noch animiert auf und ab. Dann sträuben sich bei mir die Nackenhaare und selbst der kindlichste Humor hat keine Lust mehr zu spielen.
Die Rede ist von Smileys - eben diesen kleinen, gelben, kreisrunden Dingern, die vor meinen Augäpfeln auf und ab hüpfen als gäbe es kein Morgen mehr und als wäre die Welt eine einzige kleine, gelbe, kreisrunde, auf und ab hüpfende Scheibe. Für diejenigen, bei denen sich genau jetzt tiefe Runzeln auf der Stirn breit machen: Nein, die Welt ist keine kleine, gelbe, kreisrunde, auf und ab hüpfende Scheibe und wurde bisher auch noch nicht von Smileys erobert – jedenfalls noch nicht.

Cloudy’s Column: “What is Heimat in English?”

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Neulich beim englischen Smalltalk:
“So, where do you come from?”
 “Well, I was born in Sweden, lived in Germany, France and the US until I was 17, studied in London, travelled around for a bit and now am living in Berlin.” 
“Oh wow, so what would you consider home?” 
“Um…I don’t have a home, I guess.”
“No, but I mean, where to you feel homey, which country do you consider your home country…”
 (Ich schaue mich hilfesuchend im Raum um) “Oh dear, what does Heimat in English mean?”
Heimat. Ein schönes Wort, so oft gebraucht und doch nicht greifbarer als morgendliche Nebelschwaden. Was ist Heimat? Nehmt euch eine Minute, denkt darüber nach und wenn ihr eine genaue Definition habt, postet sie JETZT als Kommentar. BÄM! In meinem Köpfchen erschließt sich mir das nicht so schnell. Womöglich ist die Antwort auch nicht so einfach, weil sie auch darauf basiert, wer überhaupt fragt. Für einen Nicht-Europäer wäre meine Antwort Deutschland. Für einen Deutschen wäre meine Antwort der Schwarzwald. Für einen Süddeutschen wäre meine Antwort Lahr. Doch was ist die Antwort für mich? Was macht für mich Heimat aus? Und wie steht es um die globalisierungsgeprägten Menschen, die ihre Wohnorte nicht mehr an einer Hand abzählen können? Sind diese Leute etwa heimatlos?

Cloudy’s Column: Doube-Triple-Quadruple-Denim

A column on denim. And double denim. And triple denim. 
Wenn es ein Kleidungsstück gibt, das aus den Kleiderschränken dieser Welt nicht mehr wegzudenken ist, dann ist es die Jeans. Wer unter euch nicht ein einziges Jeansteilchen irgendwo im letzten Eck des Schrankes vorfinden kann, der hebe jetzt bitte die Hand. Nein? Dachte ich mir schon! Jeanshosen, Jeansjacken, Jeansröcke, Jeansshorts, Jeanskleider, Jeanswesten, Jeansbikinis, Jeanshemden, Jeanshaarreifen, Jeanstaschen, Jeansschuhe, Jeansunterwäsche,… – nichts ist unmöglich, denn der Wunderstoff macht alles möglich. Jeans ist leger, Jeans ist schick, Jeans ist trendy, Jeans ist klassisch, Jeans ist strapazierfähig, Jeans ist sexy, Jeans ist einfach geil. Wenn wundert es also, dass gefühlt jede Saison neue Jeanshosenformen erfunden werden oder bereits tot geglaubte Schnitte ihren zweiten Frühling erleben.