Cloudy’s Column: Mr. Loafer vs. Mrs. Ballerina

A column on loafer and other flats and the question which one of them makes the run.
Mit dem Frühling und Sommer wollen nicht nur die Blümchen und Wiesen aufatmen, sondern auch unsere von winterlichen Stiefeln geplagten Füße. Neben den bekannten Kandidaten wie Flip Flops, Sandalen und Peeptoe High Heels gesellt sich dieses Jahr auch Mr. Loafer zur Gruppe der sommerlichen Fußbekleidungen hinzu. Partly not amused hierüber sollte wohl Mrs. Ballerina sein, führte doch bisher bei warmen Temperaturen kein Fuß an ihr vorbei. Möglicherweise ist Madame
allerdings auch einfach zu nett.
Ballerinas sind biegsame und anpassungsfähige Wesen, die zwar ihre schützenden Arme um den Fuß legen, jedoch sensibel für äußere Einflüsse wie die Stöckchen und Steinchen dieser Welt sind. Mister Loafer hingegen macht seinem Namen alle Ehre – bezeichnet loafer im Deutschen doch jemanden als Bummler - und schreitet mit großen Schritten bis in die vorderste Reihe der möglichen Lieblingsschuhe vor. Dank seiner festen Sohle, dem kleinen Absatz und dem meist dickeren Leder ist er weniger empfindlich gegenüber etwaigen Straßenunebenheiten und kann daher unbekümmerter durch die Welt spazieren. Da kann Mrs. Ballerina noch so sehr um das Thema herum tänzeln wie sie möchte, es ist wie es ist: Seit seiner Erschaffung Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in den USA hat sich der Loafer langsam aber stetig seinen Weg in unser aller – männliches wie weibliches – Leben gebahnt. Als Unisex-Typ lässt er sich nicht gerne festlegen und wenn man genau hinschaut, erkennt man mehrere Facetten an ihm, wie zum Beispiel den Tassel – oder Pennyloafer. Seit etwa zwei Jahren mutiert der Loafer nun also zu Mister Popular und hat sein ehemaliges biederes Image als Lehrerschuh gründlich aufpoliert! Diese Saison interessiert es daher leider weniger, dass Mrs. Ballerina chronologisch gesehen zuerst da war und damit gewissen Shotgun-Anspruch vorweisen kann. Bereits in den 50-er Jahren war die Madame nur in Kombination mit weiblichen Wunderfüßen, wie die Audrey Hepburn’s, denkbar. Doch kann sie ihre Poleposition im Kampf um den beliebtesten Sommerschuh wirklich beibehalten?
Sehen wir es doch mal pragmatisch: Ballerinas sind bequeme Zeitgenossen, die sich als zarter Hauch von Nichts an unseren Fuß anschmiegen. Leider nicht nur an diesen, sondern ebenfalls an das Kopfsteinpflaster und den Kiesweg. So schön feminin, süß und filigran sie auch sind, nach einer Weile in ihnen werden sie oft zur schmerzenden Qual, man bekommt zum Teil Krämpfe und mit jedem weiteren Steinchen auf dem Boden verschwindet die Bequemlichkeit. Ballerinas sind auf Tagesdauer gesehen anstrengend, lassen sie doch den eigenen Fuß wünschen, man wäre weiterhin nur in Tanzstudios mit poliertem Boden unterwegs, wo ihre bekannten Verwandten Spitzenschuh ein und ausgehen. Loafers, unter deutschen Freunden auch gerne Slipper genannt, hingegen sind mehr Schuh als Schläppchen und bieten somit dank ihrer festen Sohle eine Unnahbarkeit zwischen Straße und Fußschmerz. Sie sind robust, kantig, edgy; gestandene Männer in ihrer Blütezeit, die sich nicht so leicht verbiegen und sich aus der Form bringen lassen. Sie erlauben ihren Trägern  und Trägerinnen grazil über den Asphalt zu gleiten, während Ballerina-Verehrerinnen meist weiterhin einen Entengang-Tanz auf der Straße hinlegen.
Wie das weitere Zusammenspiel zwischen Herren Loafer und Dame Ballerina funktioniert und ob ein erbitterter Konkurrenzkampf entsteht, bei dem im Endeffekt nur einer als Sieger der stadttauglichen Sommerschuhe hervorgehen kann, wird sich zeigen. Wer weiß, vielleicht entsteht daraus auch eine Romanze und in einigen Jahren werden wir das Produkt dieser Liaison stolz an unsere Füße lassen: die schelmischen Kinder Boafer und Lallerina…